Tagung der Oberpfälzer Sicherheitswachten

Oberpfalz/Sulzbach-Rosenberg. Am 28. Januar kamen in Sulzbach-Rosenberg die Angehörigen der Sicherheitswachten der Oberpfalz zu einer Fortbildung zusammen. Auch Angehörige aus dem Landkreis Neumarkt waren dabei.

Dass Zivilcourage nicht an Bedeutung verliert, stellen die Angehörigen der Sicherheitswachten in der Oberpfalz Tag für Tag eindrucksvoll unter Beweis. Ihr täglicher Dienst verlangt dabei regelmäßig professionelles Handeln und hohe Fachkompetenz. Diese wurde am Samstag, den 28.01.2019, im Rahmen der ersten zentralen Fortbildungsveranstaltung des Polizeipräsidiums Oberpfalz, vertieft. Thomas Schöniger, Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz und zugleich der Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheitswacht in Bayern, referierte vor den Sicherheitswachtangehörigen aus der gesamten Oberpfalz. Auch der Erste Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg, Michael Göth, nahm sich die Zeit um die Ehrenamtlichen in der Oberpfälzer Stadt zu begrüßen.

Mitglieder der Sicherheitswacht aus der ganzen Oberpfalz trafen sich in Sulzbach-Rosenberg. Foto: Winterberg.
Mitglieder der Sicherheitswacht aus der ganzen Oberpfalz trafen sich in Sulzbach-Rosenberg. Foto: Winterberg.

In den Räumlichkeiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei Sulzbach-Rosenberg lauschten die etwa 70 Sicherheitswachtangehörigen aus Amberg, Burglengenfeld, Sulzbach-Rosenberg, Schwandorf, Cham, Neumarkt i. d. Opf., Neutraubling, Regensburg, Tirschenreuth und Weiden i. d. Opf. gespannt den Ausführungen der Referenten aus den verschiedensten Bereichen der Bayerischen Polizei. Neben den Themen interkulturelle Handlungskompetenz und Zivilcourage wurde auch das Diensthundewesen der Bayerischen Polizei beleuchtet. Aktuelle Neuerungen im Bereich Sicherheitswacht, hier insbesondere das Thema persönliche Ausstattung, rundeten den Fortbildungstag inhaltlich ab.

Dabei stellte Thomas Schöniger deutlich heraus, dass sich die Sicherheitswacht im Laufe ihres 25-jährigen Bestehens zu einem wertvollen Instrumentarium der inneren Sicherheit im Freistaat Bayern entwickelt hat.

Den letzten Programmpunkt des Tages nutzten die Mitglieder der Sicherheitswacht um Fragen zu stellen sowie Ideen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Bei dieser Gelegenheit bedankte sich ein Teilnehmer bei Thomas Schöniger als Leiter der landesweiten Arbeitsgruppe für die Ausstattung mit der neuen und funktionellen Dienstbekleidung. Dem Dank stimmten die Anwesenden durch ihren Beifall zu.

Durch die Arbeit der Sicherheitswacht wird nicht zuletzt dem Grundgedanken Rechnung getragen, dass der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zukommt. Einer möglichen Unkultur des Wegschauens tritt die Sicherheitswacht wirkungsvoll entgegen.

Im Rahmen der 2. Landeskonferenz Sicherheitswacht stellte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bereits Ende September 2018 effektive Maßnahmen zum Ausbau der Bayerischen Sicherheitswacht vor: Unter anderem wird in Bayern die Anzahl der Sicherheitswachtmitglieder Zug um Zug auf 1500 erhöht.

Interessierte Bewerber für das Ehrenamt, welches mit einer Aufwandspauschale vergütet wird, finden zu diesem Thema im Internetangebot der Bayerischen Polizei ausführliche Informationen:
https://www.polizei.bayern.de/wir/sicherheitswacht

Geschichte der Sicherheitswacht in Bayern und der Oberpfalz

„Hinschauen statt wegschauen“, dachten sich vermutlich die ersten Sicherheitswachtler Bayerns im Jahr 1994, als mit dem Sicherheitswachterprobungsgesetz der Grundstein für das entsprechende Pilotprojekt gelegt wurde. Diese dreijährige Erprobungsphase mündete schließlich in der bayernweiten Einführung der Sicherheitswachten, deren gesetzlicher Auftrag im noch heute gültigen Bayerischen Sicherheitswachtgesetz verankert ist.

In der Oberpfalz wurde im Mai 1995 die erste Sicherheitswacht in Weiden i.d.OPf. ins Leben gerufen. Zahlreiche verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger folgten diesem Beispiel in weiteren oberpfälzer Städten.

Welche Rechte stehen den Angehörigen der Bayerischen Sicherheitswachten zu?

Der Sicherheitswacht stehen zunächst die gleichen Rechte zu wie jedem anderen Bürger: Das Festhalten eines auf frischer Tat ertappten Straftäters bis zum Eintreffen der Polizei sowie das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürgerinnen und Bürger.

Darüber hinaus können Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, wenn dies zur Gefahrenabwehr oder zur Beweissicherung notwendig ist. Außerdem können sie bei Gefahr im Verzug einen Platzverweis erteilen; das heißt eine Person anweisen, sich zu entfernen.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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