Gelber Sack als Müllsack missbraucht

Landkreis. Der Gelbe Sack wird auch im Landkreis Neumarkt immer öfter als Restmüllsack missbraucht. Gut ein Drittel des Inhalts der Gelben Säcke besteht aus Restmüll und kann deshalb nicht mehr verwertet werden.

Im Jahr 2016 landeten mehr als 3000 Tonnen Abfall in den Gelben Säcken. Davon konnten gut zwei Drittel verwertet werden. Knapp 1000 Tonnen der Gesamtmenge musste aussortiert und beseitigt werden. Das Jahr mit der geringsten Fehlwurfquote war übrigens 1998. Damals mussten lediglich knapp 450 Tonnen entsprechend 18 Prozent entsorgt werden. Seither ließ allerdings die Bereitschaft zur sauberen Mülltrennung deutlich nach.

Dabei wäre es so einfach, die Gelben Säcke richtig zu befüllen. Genau genommen steht auf jedem Gelben Sack aufgedruckt, was hinein darf und was nicht. Wer sich an diese Aufzählung hält, riskiert auch nicht, dass sein Gelber Sack einmal nicht mitgenommen wird.

Trotzdem bleiben bei jeder Sammeltour etliche Gelbe Säcke liegen, weil sich häufig Restmüll oder andere nicht verwertbare Stoffe darin befinden.

Es braucht keiner weiteren Erklärung, dass Gelbe Säcke, die zur Hälfte mit Windeln befüllt sind, nicht mitgenommen werden. Auch halbvolle Konservendosen, deren Inhalt verschimmelt ist und sich im ganzen Sammelsack ausgebreitet hat, sind ein weiterer Grund, dass der Sack liegen bleibt.

Aber auch zahlreiche „vermeintliche“ Wertstoffe führen dazu, dass die Säcke liegen bleiben. Gießkannen aus Plastik, Kunststoffschüsseln oder Wäschekörbe etwa haben im Gelben Sack absolut nichts zu suchen. Solche Gebrauchsgegenstände sind ein Fall für die Restmülltonne. Ebenso verhält es sich mit Verarbeitungsresten von Bauschaum, Isolierrohren aus dem Heizungsbau oder Regenrohren aus Kunststoff. Auch diese Dinge werden über die Restmülltonne entsorgt, soweit es keine andere Möglichkeit zur Wiederverwertung gibt.

Für alle Leichtverpackungen, egal ob mit oder ohne Grünen Punkt, ist stattdessen der Gelbe Sack die richtige Wahl. Natürlich sollen die Verpackungen möglichst sauber in die Gelben Säcke gegeben werden. Das erspart Geruchsbelästigungen. Dazu ist es aber nicht erforderlich, die Verpackungen extra auszuwaschen. Die Konservendose oder der Joghurtbecher können am Ende eines Spülgangs von Hand im Spülbecken gereinigt werden. Noch einfacher ist es, wenn man eine Geschirrspülmaschine hat. Für den Joghurtbecher oder die Dose findet sich meist noch problemlos ein Platz in der Maschine.

Das Team der Abfallwirtschaft hilft Ihnen mit Tipps zur Abfalltrennung und zur richtigen Befüllung der Gelben Säcke gerne weiter. Sie erreichen die netten Mitarbeiter im Landratsamt unter Telefon 09181/ 470 -209, -211, -334, -299.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.