Feuerwehren proben für den Ernstfall

Deining. Auch wenn die diesjährige Waldbrandsaison augenscheinlich beendet ist, so führten noch im Oktober die Gemeindefeuerwehren der Gemeinde Deining zwei Einsatzübungen durch. Als Schadensereignis wurde jeweils ein Waldbrand auf den „Jurahöhen“ angenommen. Da üblicherweise in den abgelegenen Waldgebieten keine (leitungsgebundene) Wasserversorgung mit Hydranten zur Verfügung steht, war als Aufgabenstellung die Herstellung einer solchen vorgegeben, um ausreichend Löschwasser zum fiktiven Brandherd zu bringen.

Offene Wasserstellen wie Bäche und ausreichend große Weiher sind in diesen Karstgebieten nicht vorhanden. Aus diesem Grund musste zum einen eine lange Schlauchleitung von den nächstgelegenen Hydranten oder Zisternen zum „Brandobjekt“ verlegt werden. Ergänzend waren Tanklöschfahrzeuge (TLF) im Pendelverkehr eingesetzt, die weiteres Löschwasser zur Einsatzstelle brachten.

Der mobile Wassertank mit fünf Kubikmetern Fassungsvolumen. Foto: Privat.

Der mobile Wassertank mit fünf Kubikmetern Fassungsvolumen. Foto: Privat.

Auch der im Vorjahr aus einer Sachspende durch ein Unternehmen beschaffte mobile Löschwasserbehälter wurde miteingebunden. Mittels privater Güllefässer örtlicher Landwirte, die mit ihren Traktoren ebenfalls im Pendelverkehr von der Wasserentnahmestelle zum Einsatzort unterwegs waren, konnte dieser Falttank mit einem Fassungsvermögen von fünf Kubikmetern stets gefüllt werden. Von dort wurde dann mittels Feuerwehrpumpen das Wasser entnommen und zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Bei der ersten Übung beim Kahrholz (zwischen Tauernfeld und Gewerbepark) nahmen die Feuerwehren aus Leutenbach, Deining, Oberbuchfeld, Döllwang, Waltersberg und die Feuerwehr aus der Nachbargemeinde Sengenthal mit TLF teil.

Bei einer weiteren Übung beim Waldstück Zieger (Nähe Mittersthal/Waltershof) beteiligten sich die Feuerwehren Mittersthal, Kleinalfalterbach, Deining, Unterbuchfeld, Großalfalterbach und die Feuerwehr aus Velburg mit ihrem TLF.

Kreisbrandmeister Klaus Eichenseer bedankte sich bei den Übungsnachbesprechungen bei den Einsatzkräften für das Engagement und bei den örtlichen Kommandanten für die Vorbereitung der Übungen bzw. auch die Einsatzleitung vor Ort, die hervorragend gelaufen seien.
Auch Kreisbrandinspektor Peter Häberl, Kreisbrandrat Anton Bögl und Bürgermeister Alois Scherer ließen es sich nicht nehmen, die Leistungsfähigkeit der Gemeindefeuerwehren zu begutachten und den Feuerwehren für ihren Einsatz zu danken.

Die Hoffnung, die bei dieser Art von Gemeinschaftsübungen gewonnenen Erkenntnisse für eine Optimierung der künftigen feuerwehrübergreifenden Zusammenarbeit nicht einsetzen zu müssen ist zwar gering, doch wird die Einsatzbewältigung damit umso mehr vereinfacht. Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Im Anschluss an die Übungen war dann auch wieder die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft durch Reinigung der Schläuche und Gerätschaften auf der Tagesordnung, um beim nächsten Realeinsatz wieder voll einsetzbar zu sein.

Übrigens: Wer einer Teil seiner Freizeit (und evtl. auch mehr) bei der Feuerwehr verbringen will und sich damit auch in den Dienst der Mitbürgerinnen und Mitbürger stellen will, ist jederzeit gerne willkommen. Einfach die örtlichen Kommandanten ansprechen. Kontaktdaten erhalten Sie ggf. in der Gemeindeverwaltung.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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