Historische Bogenbrücke und alte Handelsstraße in Deining

Deining. Diese beiden historischen Objekte standen in Deining auf dem Programm zum nationalen Tag des offenen Denkmals. Den vielen Besuchern wurde in zwei Führungen die Geschichte und die damalige Handwerkstechnik erörtert. Speziell für die Kinder gab es eine Kinder Führung mit Denkmal Quiz, Schnitzeljagd mit einem Chaussee-Schatz und einen Mal-Tisch. Hierzu haben die Freien Wähler der Gemeinde Deining ein Familien Programm sowie einer umfangreiche Präsentation mit Schautafeln vorbereitet.

Die Geschichte der Handelsstraße führt bis in die Römerzeit zurück und ging als Via Publica in die Geschichtsbücher ein. Der Verlauf der Straße von Brüssel – Frankfurt – Nürnberg – Regensburg – Prag wurde erstmals im 9 Jahrhundert schriftlich erwähnt auch alte Hohlwege im näheren Bereich der Chaussee deuten auf eine sehr alte Verbindungsstrecke hin. Als Lamoral von Taxis 1615 beauftragt wurde, einen Postweg von Brüssel nach Prag einzurichten, nutzte er die vorhandene Wege Infrastruktur der Via Publica. Auf dem Postweg zwischen Nürnberg und Regensburg richtete er 4 Poststationen zum Wechsel der Pferde und Aufnahme von Briefen ein, eine davon in Deining. Der Postweg wurde mit der Zeit immer bedeutsamer, somit wurde dieser ab 1750 zur Chaussee ausgebaut. Eine Chaussee zeichnet sich durch eine Fest Fahrbahn aus, die in Deining mit Kalkplatten und Steinen aus den umliegenden Steinbrüchen gepflastert wurde. – Man könnte Sagen es waren die Autobahnen des 18./19. Jahrhunderts. – Um über die Laaber und den Sumpf in Deining zu gelangen, wurden zwei Brücken errichtet, eine Zweifeldbogenbrücke diese wurde vor einigen Jahren von der Gemeinde Deining restauriert um diese zu erhalten. Eine weitere Bogenbrücke ca. 100 m entfernt wurde durch Militär Manövern stark beschädigt und musste damals aufwendig mit viel Beton stabilisiert werden. Auch negative Ereignisse gab es um und über die stummen Zeitzeugen. Im August 1796 war die Brücke und die Chaussee der Anlass zur Schlacht bei Deining, nur wer die Straße und somit auch die Brücke kontrollierte, konnte mit schwerem Kriegsgerät und mit einem großem Heer an Soldaten weiter in das umliegende Land vordringen. Napoleons Armee (ca. 6000 Soldaten) musste sich am 22. August 1796 der Übermacht der Österreicher (ca. 28000 Soldaten) geschlagen geben und zog sich nach Neumarkt zurück. Fast zwei Jahrhunderte vergingen mit regen Post, Personen und Güter Transport. Als dann 1873 die Zugverbindung Regensburg – Nürnberg in Betrieb ging, verlor die Chaussee als große Hauptverbindungsstraße an seiner Bedeutung. Die Post und viel Güter wurden auf die Schiene verlegt, aber auch die Menschen wechselten zur neuen Reisemöglichkeit.

Die Freien Wähler haben an diesem Wochenende zwei Hinweisschilder aufgestellt, um auf diese zwei schützenswerte historischen Objekte aufmerksam zu machen. Die Chaussee und die Brücke sind in Deining noch gut erhalten und können jederzeit besichtigt werden. Es lohnt sich alle Male, eine kleine Wanderung auf dem historischen Weg (länge ca.1000m) zu unternehmen. Entweder man parkt am Sportheim des 1.FC Deining (an der Bogenbrücke) oder bei der B8 ca. 100m entfernt zur Abzweigung nach Siegenhofen / Arzthofen (Chaussee mit den Randplatten ist dort gut sichtbar).

Bildstrecke

Fotos und Bericht: Harald Kaunz (FW Deining)

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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