Kreisjugendring verteidigt Deininger KLJB

Neumarkt/Deining. Der Kreisjugendring Neumarkt (KJR) hat gestern eine Stellungnahme zum Beitrag der Deininger KLJB am Volksfestzug herausgegeben, in der sich der KJR hinter die Deininger stellt und das Verhalten der Stadt Neumarkt für unangemessen erklärt. Der Wortlaut der Erklärung ist hier abgedruckt:

„KLJB Deining für Volksfest 2016 gesperrt“, „Zu frech: Deininger KLJB wurde ausgeladen“. Diese beiden Schlagzeilen waren den lokalen Tageszeitungen pünktlich zum Volksfestende zu entnehmen. Auch uns als Kreisjugendring ist die Aufregung um den Beitrag der KLJB Deining nicht entgangen. Als Dachverband der Jugendverbände im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. haben wir das Bedürfnis, uns zu diesem Thema zu äußern.

Die KLJB Deining haben wir in unserer alltäglichen Arbeit bisher stets mehr als positiv wahrgenommen, zumal die Jugendlichen durch ihr überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement maßgeblich zur positiven Entwicklung der Gemeinde Deining und darüber hinaus, beitragen.

Wir fragen uns also: Ist es wirklich notwendig und verhältnismäßig, engagierte junge Menschen auf diese Art und Weise abzustrafen? Auch wenn der Beitrag der KLJB Deining nicht von jedem gleichermaßen als positiv empfunden wird, so haben die Jugendlichen dennoch das uneingeschränkte Recht darauf, ihre Meinung frei zu bilden und frei zu äußern.
Wir als Kreisjugendring unterstützen unsere Jugendverbände in den wichtigen demokratischen Prozessen der Persönlichkeits- und Meinungsbildung und freuen uns über jede inhaltliche Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen – auch und vor allem dann, wenn dies auf kritische Art und Weise geschieht.

Des Weiteren haben Jugendliche ein Recht darauf, angemessen auf ihr „Fehlverhalten“ hingewiesen zu werden. Das Aussprechen negativer Sanktionen ist unserer Meinung nach eindeutig der falsche Weg. Unsere Erfahrungen aus einem jahrzehntelangen Dialog mit der Jugend stimmen mit den Ergebnissen aus der landkreisweiten Jugendbefragung aus dem Jahr 2012 überein: 83% der jungen Menschen fühlen sich von Erwachsenen nicht ernst genommen! Leider tragen Reaktionen wie die der Stadt Neumarkt in keiner Weise dazu bei, die Jugendlichen in ihrem Tun zu bestärken und ihre Motivation zum ehrenamtlichen Engagement zu steigern. Ernst gemeinte Partizipation darf nicht sanktioniert werden!

Des Weiteren fragen wir uns: Wo ist der berühmte Tropfen zu finden, der das Fass in diesem Fall zum Überlaufen gebracht hat? Wer entscheidet gemäß welcher Richtlinien, welche Teilnehmer welche Darbietungen präsentieren dürfen? Wir gratulieren jedenfalls den vielen anderen Gruppen u. a. mit den Beiträgen zur Mütterrente und zur Sonntagsarbeit, die das ausgegebene Thema wunschgemäß umgesetzt haben.

Der Festwagen der KLJB Deining war mit Sicherheit nicht der erste kritische Beitrag beim Neumarkter Volksfestumzug und im Sinne der individuellen Meinungsbildung hoffentlich auch nicht der letzte seiner Art.

Wir als Kreisjugendring Neumarkt i.d.OPf. wünschen uns für die Zukunft, dass die Kommunikation zwischen den Gemeinden des Landkreises und den jungen Menschen auf Augenhöhe und in angemessener Art und Weise geschieht.
Auf dieser Basis können sich alle Menschen in der „Starken Stadt“ und im Landkreis Neumarkt gemeinsam über einen florierenden Neuen Markt und eine belebte Innenstadt freuen.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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