Leserbrief: Sorgen über Asylbewerberunterkünfte in Woffenbach

Neumarkt. Am heutigen Freitag erreichte unsere Redaktion ein Leserbrief eines besorgten „Bürger aus Woffenbach“, wie der/die anonyme Leser/in sich in der E-Mail selbst bezeichnet. In diesem Artikel ist der Originaltext der E-Mail abgedruckt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Woffenbacher Bürger habe ich mich entschlossen, mit dieser Email meine Meinung zu den folgenden Gegebenheiten zu äußern Auch wollte ich über die gegenwärtige Sachlage informieren.

Ich bin äußerst besorgt, wie sich der Ortsteil Woffenbach entwickelt, der ja heuer eine Reihe von Festlichkeiten zu feiern hat. In der Adalbert-Stifter-Str. 64 haben gestern 19 Asylsuchende das alte „Rackl“-Haus bezogen. Wie viele noch folgen werden – wir werden es sehen.

Dieses Haus wurde von der Besitzerin, Vanessa Härteis (früher Storz) an eine auswärtige Käufergemeinschaft von vier Personen verkauft. Sie selbst wohnt jetzt in Stauf. Die Käufer haben bereits mehrere Objekte angekauft und dort Asylsuchende untergebracht, da dies derzeit eine lukrative Investition ist.

Zum Schrecken der Nachbarschaft wurden kurz nach dem Verkauf 16 Briefkästen an dem Einfamilienhaus angebracht, von denen seit gestern erst neun belegt sind.

Nun stellt sich schon die Frage, ob hier diese in ihren Ländern verfolgten Menschen auch menschenwürdig untergebracht wurden oder sie aus reiner Profitgier zusammengepfercht in dem Haus leben müssen. Es ist kaum vorstellbar, dass in diesem Haus von nun an 19 Personen leben müssen. Hat hier das Landratsamt die nötige Sorgfalt walten lassen oder ist man in der Behörde nur froh, wieder eine weitere Bleibe für Asylanten gefunden zu haben? Ich denke, jeder kann diese Frage selbst beantworten.

Nun würde ich die Sachlage gerne von einer anderen Seite durchleuchten. Die Lage der Unterkunft ist nicht gerade glücklich, eher katastrophal. Es ist sehr beschämend, dass es den Behörden völlig egal ist, wo sich derartige Unterkünfte befinden, die zum Asylantenheim umfunktioniert werden. Das hier genannte Haus befindet sich im Ortskern direkt gegenüber der Woffenbacher Grundschule und dem Kinderhort und grenzt sogar am Woffenbacher Kindergarten an. Die Örtlichkeit wird täglich von hunderten Kindern passiert.
Da die Asylsuchenden nicht arbeiten dürfen und auf engsten Raum zusammenleben müssen, sind Probleme an diesem Ort vorprogrammiert. Die Kinder haben jetzt schon Angst und die Eltern noch umso mehr. Die Gerüchteküche schlug schon seit langem Kapriolen. Die Eltern fragen sich nun, ob sie ihre Kinder weiterhin alleine in die Schule gehen lassen können. Ängste, die nicht unbegründet sind – denn kann man den von der Polizei in der Presse veröffentlichten Statistiken Glauben schenken, kristallisieren sich derartige Örtlichkeiten oftmals als Brennpunkte polizeilichen Handelns heraus. Das sind Fakten, auch wenn man noch so blauäugig ist.

Allen normal denkenden Bürgern ist klar, diese Leute hatten es schwer und benötigen unsere Unterstützung, aber man darf die Realität nicht mit Scheuklappen betrachten. Musste es unbedingt sein, dass ein derartiges Heim direkt im Zentrum der Kinderbetreuungsstätten liegt und von den Behörden mit Freude und ohne weiteres angenommen wird?

An dieser Stelle möchte ich auch noch den Umstand anmerken, dass im letzten Jahr bereits das Grundstück der Adalbert-Stifter-Str. 58 an das Bauunternehmen Klebl verkauft wurde. Dort sind seit Ende letzten Jahres über ein Dutzend polnische Arbeiter untergebracht, die tagsüber aber einer ehrlichen Arbeit nachgehen. Auch dieses Grundstück ist unmittelbarer Nachbar zur Grundschule.

Ich denke, man muss auch mal strukturiert denken – wie viele Ausländer kann ein begrenztes Gebiet aufnehmen, damit eine friedliche Koexistenz gewährleistet werden kann. Das ist für mich die entscheidende Frage. Zwischen den beiden genannten Gebäuden liegt ein Radius von 100 Metern und dort wurden innerhalb von acht Monaten über 30 ausländische Mitbürger angesiedelt, mit steigender Tendenz.

Und was machen die anderen Hausbesitzer in diesem Gebiet? Ist der Lärm, welcher von einer Vielzahl von Menschen zwangsläufig verursacht wird, auszuhalten? Werden die anderen Häuser dann ebenfalls bald verkauft? Ist das so gewollt?
Schade, dass sich Behörden gerne den einfachsten Weg zu Eigen machen, ohne darüber nachzudenken, was für Konsequenzen daraus für das Wohngebiet entstehen. Solange die Sachbearbeiter nicht selbst in unmittelbarer Nähe wohnen, ist es den Entscheidungsträgern auch egal.

Ich habe mich entschlossen, meinen Namen nicht zu nennen und bitte dies gleichzeitig zu entschuldigen. In unserer Gesellschaft darf man das Wort Ausländer leider nicht mehr in den Mund nehmen, denn dann wird man sofort als rechtsradikal oder Rassist abgestempelt, auch wenn offene qualifizierte Kritik damit nichts zu tun haben muss. Von rechtsradikalem Gedankengut möchte ich mich absolut distanzieren. Rechtsradikalismus wäre wirklich das letzte, was wir jetzt in Woffenbach auch noch gebrauchen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Besorgter Bürger aus Woffenbach

Die abgedruckte Nachricht ist eine Zusendung eines Lesers, der gerne anonym bleiben möchte. Sie spiegelt die Meinung des Lesers / der Leserin wieder, nicht die Meinung der Redaktion.

Lage zweier Unterkünfte für Asylanten in Woffenbach. Grafik: Google Earth.

Lage zweier Unterkünfte für Asylbewerber in Woffenbach. Grafik: Google Earth.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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1 Antwort

  1. Werner sagt:

    Ich denke dieser Leserbrief spricht vielen Menschen aus dem Herzen……………….
    …..auch ein besorgter Bürger und Vater aus Woffenbach