3. Teil der Vortragsreihe "Afrika" auf der Sternwarte Neumarkt

Neumarkt. Am Freitag, den 08.05.2015 um 20 Uhr wird Andrea Rössler auf der Sternwarte Neumarkt Ihre dreiteilige Vortragsreihe „Afrika“ beenden.

 

Ein Kontinent, 15 Länder, 333 Tage – Afrika

3. Teil: Zentral- und Westafrika: Angola, beide Kongos, Gabun, Kamerun, Nigeria, Niger

Wie immer alleine unterwegs, in klapprigen Bussen, LKWs und per Anhalter. 15 Länder, vom Meer über Wüste bis hin zum Regenwald, viele tausend Eindrücke, ungezählte wunderbare Kontakte, nicht zuletzt durch die Mitarbeit bei einigen sozialen Projekten – die Mischung macht den Reiz dieser Reisereportage aus.

Der dritte Teil der Vortragreihe beginnt in Angola. Das ehemals sozialistisch geprägte Land hat einen langen Krieg hinter sich. Touristen? Gibt es hier nicht. Touristische Infrastruktur? Fehlanzeige. Englisch? Nein – portugiesisch. Hier ist Reisen noch wirkliche Arbeit. Angola ist ein Land  voller Kontraste – sehr grün, bergig, viel Kolonialarchitektur, aber auch zerbombte Städte, extreme Armut und Luanda als eine der teuersten Städte der Welt.

Anarchie pur: Kinshasa – Hauptstadt der demokratischen Republik Kongo. 525 Kilometer über Land reisen? Nur geeignet für Hartgesottene mit sehr viel Zeit. Umso spannender die 10 Tage in Kikwit: Vincent und Celine betreiben hier eine Klinik. In diesen Krankenhäusern lernt man die wahren Helden des kongolesischen Alltags kennen.

Ferien in Brazzaville, Republik Kongo? Nach der großen Schwester Kinshasa eine echte Erholung – Hotels aller Kategorien, vernünftige Restaurants und ein gewisses Gefühl der Sicherheit auf den Straßen. Der Weg nach Gabun? Wohl eine der schlechtesten Pisten des ganzen Kontinents…

Straße von der Republik Kongo nach Gabun. Foto: Andrea Rössler

Straße von der Republik Kongo nach Gabun. Foto: Andrea Rössler

Gabun ist anders als seine Nachbarn – viele Nationalparks, eine Eisenbahn, Strom und fließendes Wasser auch auf dem Land. Das beste Krankenhaus von  Gabun? Nach wie vor das Hospital von Albert Schweitzer in Lambarene.

Strandurlaub gefällig? Die Bilderbuchstrände von Kribi in Kamerun machen es  möglich. Ebenfalls im Süden: die Ring Road durch eine reizvolle grüne Berglandschaft mit einer reichen Kultur. Nordkamerun dagegen ist Sahelland –  rauh, heiß, steinig, sandig, bergig.

Nigeria? Land der Korruption, der Gauner und Betrüger, der Religionskonflikte, der Entführungen und aller sonstiger Katastrophen – also, nichts wie hin! Die 4-Millionen-Stadt Kano ist das organisierte Chaos
auf achtspurigen Straßen zwischen Emirpalast, großer Moschee, Märkten und riesigen Vororten. Aber es kommt noch besser – in Katsina werde ich für fünf Tage von einer Familie aufgenommen. Mit allem, was dazu gehört: Hochzeit, Kirchgang, Klinikbesuch. Näher an den Einheimischen geht`s nicht.

Zum Abschluss der Reise der Niger – ein gebeuteltes Land, das ärmste von ganz Afrika. Es hat gerade eine Rebellion hinter sich, Banditen machen die Straßen unsicher, die Tourismusindustrie liegt dar nieder. Busse fahren  wieder, auch nach Agadez. In dieser Stadt schließt sich der Kreis und die Reise auf dem Landweg von Kenia bis in den Niger findet ihr Ende.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit der Beobachtung der Planeten Jupiter, Venus und Saturn durch die Teleskope der Sternwarte Neumarkt.

Einheimische aus dem Kongo. Foto: Andrea Rössler

Einheimische aus dem Kongo. Foto: Andrea Rössler

 

Vita der Referentin:

Andrea Rössler, Jahrgang 1967, war die Abenteuerlust nicht wirklich in die Wiege gelegt. Der Vater war Bankdirektor, die Mutter kümmerte sich um die Familie. Das Aufwachsen passierte in der Beschaulichkeit einer schwäbischen Kleinstadt.

Trotzdem wurde sie schon in frühester Kindheit wie magisch von den Schaufenstern der örtlichen Reisebüros angezogen.

Als sie zwölf war, wusste sie, dass sie nach Timbuktu will und nach Machu Picchu. Also hat sie nach dem Abitur voll Hoffnung eine Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau gemacht, sinnigerweise in einem Busreisebüro, in dem hauptsächlich Senioren Fahrten in die benachbarten Bäder gebucht haben.

Nach dem Studium der Grundschulpädagogik und dem anschließenden Referendariat, eine Zeit, in der man weder in den Semester- als auch den Schulferien wirklich vernünftig verreisen konnte, kam die Lehrerschwemme. So ist sie doch wieder im Reisebüro gelandet, und auf einmal hat die Arbeit
wirklich Spaß gemacht. Inzwischen hatte sie auch den Bogen raus, wie man es schafft, sich Freiräume für mehrmonatige Reisen zu schaffen. Hier ein halbes Jahr Mittel- und Südamerika (inklusive Machu Picchu), da drei Monate Indien, und als Highlight die neunmonatige Marco Polo Tour von Jordanien über
Syrien, Iran, Pakistan, Afghanistan, Tibet, China, Kasachstan nach Usbekistan und dann schweren Herzens wieder zurück.

Danach hat sie Afrika entdeckt, und zwar an seiner breitesten Stelle! Sieben Monate von Marokko, Mauretanien, Senegal, Mali (Timbuktu!), Niger, Tschad und Sudan nach Äthiopien. Ein unvergleichliches Erlebnis.

Die letzte große Reise hat wie wieder nach Afrika geführt. Ziel war, Kenia, das Land ihrer ersten Rucksackreise vor über 20 Jahren mit dem Niger, ihrem Lieblingsland der letzten Reise zu verbinden. Das ist weit? Klar, deswegen war sie ja auch 333 Tage unterwegs! Vor allem, wenn man mit alten klapprigen
Bussen, per Zug, Lastwagen oder gar zu Fuß unterwegs ist.
Wer eine so lange Reise unternimmt, der hat etwas zu erzählen. Seit Jahren präsentiert Andrea Rössler ihre Reportagen live einem begeisterten Publikum. Als alleine reisende Frau erhält sie tiefe Einblicke in das Leben der einheimischen Familien. Fundiertes Wissen, Humor, die hohe Kunst des Geschichtenerzählens sowie sensible Fotografie zeichnen ihre Vorträge aus.

Mädchen aus Nigeria. Foto: Andrea Rössler

Mädchen aus Nigeria. Foto: Andrea Rössler

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