Saniertes Bürgerhaus und Neubau des Verwaltungsgebäudes werden eingeweiht

Neumarkt. Die Sanierung des Bürgerhauses sowie der daran anschließende Neubau des Verwaltungsgebäudes schreiten voran. Am 9. Mai 2015 wird der Gebäudekomplex zum „Tag der Städtebauförderung 2015“ eingeweiht.

Nach dem offiziellen Teil mit geladenen Gästen haben die Bürgerinnen und Bürger ab 13 Uhr Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Bis 17 Uhr besteht dazu die Möglichkeit. Von 13 bis 16 Uhr werden auch Führungen angeboten. Im Rahmen des „Tags der Städtebauförderung“ findet an diesem Tag im neuen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss des Neubaus zudem ein Vortrag von Prof. Joachim Vossen und Dr. Thomas Wieland zum Thema „Immobilien- und Leerstandsmanagement“ statt. Dabei werden auch die Ergebnisse aus einem Workshop mit einer Klasse des Willibald-Gluck-Gymnasiums vorgestellt. Der Zugang sowohl zum Vortrag als auch zu den Besichtigungen und Führungen erfolgt von der Fischergasse 1 aus.

Kurz vor Fertigstellung - Das sanierte Bürgerhaus mit den Anbau des neuen Verwaltungsgebäudes. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Kurz vor Fertigstellung – Das sanierte Bürgerhaus mit den Anbau des neuen Verwaltungsgebäudes. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Im Herbst 2012 hatte die Stadt mit dem Abbruch des erworbenen Gebäudes in der Fischergasse die Arbeiten begonnen. Danach waren umfangreiche archäologische Untersuchungen gefolgt, die sich über mehrere Monate hingezogen hatten. Erst im Mai 2013 konnte die eigentliche Baumaßnahme mit der energetischen Sanierung des Bürgerhauses, des früheren „Schnapsmeier“, und der Neubau eines daran anschließenden Verwaltungsgebäudes beginnen. Rund 5,1 Millionen Euro wird die Stadt dafür investieren. Oberbürgermeister Thomas Thumann dankt in diesem Zusammenhang der Regierung der Oberpfalz, die dieses Projekt mit rund 800.000 Euro aus dem Programm „Soziale Stadt“ fördert. „Es war sicherlich keine einfache Baustelle hier in der engen Altstadt“, kommentiert Oberbürgermeister Thumann die Arbeiten. „Zudem haben wir hier eine ganz besondere Situation, dass ein Altbestand saniert und ein Neubau direkt daran angebaut wurde.“ Das Gebäude weist Passivhausstandard auf und unterstreicht einmal mehr, dass die Stadt auf Nachhaltigkeit setzt. Im neuen Verwaltungsgebäude sind nicht nur weitere Räume für das Bürgerhaus entstanden, sondern auch Verwaltungsräume für das Kulturamt und das Standesamt. Dazu gehört ebenso ein neuer Trauungssaal im ersten Stockwerk des Neubaus.

Über den Eingang in der Fischergasse 1 geht es zum Vortrag und zu den Besichtigungen mit Führungen. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Über den Eingang in der Fischergasse 1 geht es zum Vortrag und zu den Besichtigungen mit Führungen. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Oberbürgermeister Thumann erinnert daran, dass das Bürgerhaus inzwischen fest zur Stadt gehöre und der Ausdruck „Bürgerhaus“ zum festen Begriff geworden sei. Seit der Eröffnung im Oktober 2004 habe sich diese Einrichtung erfolgreich entwickelt. Schon im Jahr 2004 zur Einrichtung wurde das Bürgerhaus mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Im Juni 2007 erhielt das Bürgerhaus durch das Bundesfamilienministerium die offizielle Anerkennung als „Mehrgenerationenhaus“. Weit über 4.000 Einzelveranstaltungen haben bereits im Bürgerhaus stattgefunden, mehr als 50 Projekte laufen dort zusammen und es ist vieles dort gebündelt, von der Nachhaltigkeit über Fair-Trade bis hin zum Bündnis für Familien.

Erst im Jahr 2002 hatte die Stadt den ehemaligen „Schnapsmeier“ in der Grünbaumwirtsgasse gekauft und für rund 200.000 Euro als Bürgerhaus hergerichtet. Da allerdings das Gebäude in die Jahre gekommen war, wurden Überlegungen angestellt, das Bürgerhaus energetisch zu sanieren. Im Juli 2012 hat der Stadtrat die Projektfreigabe erteilt. Mit dem Anbau weiterer Verwaltungsräume im Anschluss an das Bürgerhaus wird zudem die Raumknappheit in den bestehenden Rathäusern gemildert. Insgesamt entstehen im alten Schnapsmeier nach der Sanierung 360 Quadratmeter Nutzfläche, im Erweiterungsbau rund 1.700 Quadratmeter. Offiziell wird der neue Gebäudekomplex als „Rathaus IV mit Bürgerhaus“ künftig benannt werden.

Der Veranstaltungsraum. Hier werden in zwei Wochen die Einweihung und der Vortrag stattfinden. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Der Veranstaltungsraum. Hier werden in zwei Wochen die Einweihung und der Vortrag stattfinden. Foto: Franz Janka / Stadt Neumarkt.

Am 09. Mai findet in Deutschland erstmals der „Tag der Städtebauförderung“ statt. Die Einweihung des sanierten Bürgerhauses und des Neubaus sind dabei eines von vielen Projekten, die bundesweit an diesem Tag durchgeführt werden. Die Städtebauförderung in Deutschland ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen. In den 40 Jahren ihres Bestehens hat sie große Erfolge für eine integrierte Stadtentwicklung mit sich gebracht. Derzeit gibt es in Deutschland rund 1.800 Fördergebiete, in denen Städtebauförderungsprogramme zum Einsatz kommen. Der „Tag der Städtebauförderung“ wurde im September 2012 von der Bauministerkonferenz initiiert und findet 2015 zum ersten Mal statt. Mehrere hundert Städte und Gemeinden beteiligen sich an diesem erstmals stattfindenden „Tag der Städtebauförderung“. Sie sind in der Gesamtpräsentation auf der Internetseite www.tag-der-staedtebaufoerderung.de mit aufgenommen.

Die Programme der Städtebauförderung greifen Herausforderungen auf, die sich in Städten ergeben, um das „Funktionieren“ einer Stadt aufrecht zu erhalten oder zu optimieren. Zu den Förderprogrammen gehören „Soziale Stadt“, „Stadtumbau Ost“, „Stadtumbau West“, „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und „Kleinere Städte und Gemeinden“. Mit den Fördermaßnahmen sollen die Innenstädte und Ortsteilzentren in ihrer städtebaulichen Funktion gestärkt werden, unter besonderer Berücksichtigung des Wohnungsbaus sowie der Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Auch die Wiedernutzung von Flächen, insbesondere in Innenstädten, soll unter Berücksichtigung ihrer funktional sinnvollen Zuordnung ermöglicht werden. Nicht zuletzt dienen die Programme auch dazu, die Daseinsvorsorge von kleineren Städten und Gemeinden in dünn besiedelten, ländlich geprägten Räumen zu sichern.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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