Der schielende Mond optische Täuschung oder … ?

Neumarkt. Am morgigen Freitag, 24. April, dreht sich in der Sternwarte Neumarkt alles um den Mond. Beginn des Vortrags ist um 20 Uhr. Danach kann bei entsprechend freier Sicht noch der Nachthimmel beobachtet werden.

„Die Mondsichel weist stets exakt zur Sonne; so muss es sein, weil der Mond von der Sonne beleuchtet wird und Licht sich geradlinig ausbreitet, doch manchmal schert sich die ‚Natur‘ nicht darum.“ – Diese Beobachtung, die sich an der jungen Mondsichel kurz nach Neumond als zutreffend erweist, ändert sich einige Tage später: Man gewinnt den deutlichen Eindruck, dass der Mond „schielt“, die Mondsichel weist in eine Richtung an der Sonne vorbei.

Mondaufnahme von Günter Pelz, STW Neuenbürger Gymnasium, Baden-Württemberg.

Mondaufnahme von Günter Pelz, STW Neuenbürger Gymnasium, Baden-Württemberg.

Noch eklatanter wird die Situation nach dem ersten Mond-Viertel. Das Foto zeigt den Mond genau bei Sonnenuntergang, die Sonne befindet sich also (zumindest in unserem Bewusstsein) rechts unten am Horizont; die Mondsichel zeigt aber leicht nach oben, vom Horizont weg.

Die Phase des Mondes und die Stellung der Mondsichel lassen sich mit Hilfe Euklidischer Geometrie berechnen und an der Beobachtung bestätigen. „Das Schielen“ des Mondes hat etwas mit der ‚Natur‘ unseres Wahrnehmungsapparats „Auge plus Gehirn“ zu tun, worüber im Vortrag auch reflektiert werden soll.

Nach dem Vortrag besteht natürlich noch die Beobachtung des Sternenhimmels durch unsere Teleskope, wir empfehlen warme Kleidung.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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