ver.di Streik im öffentlichen Dienst

München/Bayern. Mehr als 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichnete heute die zentrale Kundgebung zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder in München.

Streikmarsch durch das Univiertel in München. Foto: Nicolas Keckl.
Streikmarsch durch das Univiertel in München. Foto: Nicolas Keckl.

Auch in der dritten Verhandlungsrunde hatte die Arbeitgeberseite kein Angebot zur Entgelterhöhung vorgelegt und weiter auf Leistungskürzungen in der betrieblichen Altersversorgung beharrt. „Die Ausweitung der Warnstreiks war deshalb die logische Folge“, erklärte Norbert Flach von ver.di Bayern. Dass deutlich mehr Streikende als erwartet zur Kundgebung gekommen seien, sei ein deutlicher Beweis der Entschlossenheit der Beschäftigten. „Wir hoffen, dass das die Arbeitgeber zum Überdenken ihrer Positionen bringt“, sagte Flach.

Von den Arbeitsniederlegungen waren heute u.a. die Autobahn- und Straßenmeistereien, Flussmeisterstellen, Uniklinika, Theater, Verwaltungen, Gerichte, Wasserwirtschaftsämter, Bauämter und Hochschulen betroffen. Am Klinikum Großhadern zum Beispiel waren nur 7 von 20 OP-Sälen geöffnet, am Klinikum Rechts der Isar nur 6 von 30. In allen betroffenen Klinika sorgten aber Notdienstvereinbarungen für die Sicherheit der Patienten. Am Cuvillies-Theater München entfällt die Vorstellung des Stücks „Die Befristeten“.

Die Streikenden kamen aus ganz Bayern zu einem Demonstrationszug (ab Geschwister-Scholl-Platz) mit anschließender zentraler Kundgebung am Finanzministerium in München zusammen.

Insbesondere die geplanten Leistungskürzungen sorgen für böses Blut bei den Beschäftigten, denn die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung sei der beste Schutz vor Altersarmut, erklärte Flach. „Leistungskürzungen lehnen wir daher entschieden ab“, stellte Norbert Flach klar.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder u.a. 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 175 Euro monatlich.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.