503. Geburtstag von Gerardus Mercator

Im Jahre 1512 wird Gerard De Kremer in Flandern geboren. Damals war noch nicht absehbar, welche Tragweite seine Entdeckungen und Bemühungen für nachfolgende Generationen haben würden. Heute wäre sein 503. Geburtstag. Doch wer ist Gerard De Kremer und warum ist sein Schaffen noch heute so wichtig?

Gerardus Mercator, Kupferstich.

Gerardus Mercator, Kupferstich.

Unter seinem eigentlichen Namen kennt ihn heutzutage niemand. Vielen wird der latinisierte Name Gerardus Mercator dann schon eher ein Licht aufgehen lassen. Spätestens wenn noch das Stichwort „Erdkunde“ oder „Atlas“ fällt, wissen wohl alle den Namen einzuordnen: Nach ihm ist eine Kartenansicht, nämlich die Mercator-Projektion, benannt.

Mercator widmete sein Leben – wie viele Menschen es damals taten – vielen, auf den ersten Blick verschiedenen, Bereichen. Er war unter anderem Kosmograf, beschäftigte sich also mit der Abbildung der Erde und des Weltalls. Außerdem hat er sich als Theologe, Philosoph und Schriftkünstler in der damaligen Welt einen Namen gemacht.

Normale Zylinderprojektion. Grafik: Traroth (GNU cc-by-sa3.0)

Normale Zylinderprojektion. Grafik: Traroth (GNU cc-by-sa3.0)

Bleiben wir jedoch bei seiner Tätigkeit als Kosmograph, genauer gesagt als Geograph. Denn heute profitieren wir in unserem alltäglichen Leben mehr von seinen Errungenschaften als uns vielleicht klar ist. Viele Internetkarten nutzen zur Darstellung der Erde die Mercator-Projektion. Ansonsten findet sich die Projektion vorwiegend im Vermessungswesen und in der Navigation.
Bedingt durch die kugelähnliche Gestalt der Erde ist eine Karte stets eine Kompromisslösung zwischen winkel-, flächen-, richtungs-, und längentreuer Abbildung, schließlich kann man eine Kugel nicht mit einem Blatt Papier umhüllen, ohne dass dieses Falten wirft. Bei der Projektion nach Mercator wird ein Zylinder, den man einfach wie eine Druckwalze abrollen kann, so um die Erde herum gelagert, dass beim Übertragen der einzelner Punkte auf den Zylinder eine winkeltreue Abbildung entsteht. Flächen und Längen sind hingegen nicht überall exakt, sondern unterliegen einer Verzerrung.
Je nach Lage und Orientierung des Zylinders, d.h. schneidet oder berührt der Zylinder die Kugel und wo tut er dies, werden unterschiedliche Gebiete verzerrt bzw. unverzerrt wiedergegeben. Dabei nehmen die Verzerrungen mit zunehmendem Abstand der Berührlinie ständig zu.

Weltkarte des Mercator (1569).

Weltkarte des Mercator (1569).

Sein größtes Werk ist eine Weltkarte aus insgesamt 21 Einzelblättern und mit einer Abmessung von 134 auf 212 Zentimetern. Diese ist die erste Weltkarte überhaupt, die eine winkeltreue Abbildung verwendet.

Als Kosmograph hatte Mercator eine Vision eines allumfassenden Werkes: Darin soll die Schöpfung mit ihrem Ursprung und ihrer Geschichte vollständig dargestellt werden. Mercators Leben war für diese enorme Aufgabe jedoch zu kurz, so dass erst nach seinem Tod die letzten Karten veröffentlicht werden konnten.

Sein Wirken als Schriftkünstler und Schreibmeister bekommen alle in der Schule gelehrt: Mercator war es, der die italienische Kursivschrift nördlich der Alpen bekannt und beliebt machte.

Bis heute werden Vereine, Schulen und sogar Mondkrater zu Ehren des 1594 in Duisburg verstorbenen Allrounders benannt. Sein Lebenswerk bereicherte nicht nur unsere Kulturschätze und legte den Grundstein für die moderne Kartographie, sondern beeinflusst auch unser alltägliches modernes Leben in vielen Bereichen.

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Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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