Neuer Zwanziger kommt

Frankfurt. Heute hat die Europäische Zentralbank die neue 20-Euro-Banknote vorgestellt. Ab 25. November 2015 wird das dritte Mitglied der „Europa-Serie“ in Umlauf gebracht. Mit zahlreichen neuen Sicherheitsmerkmalen ist die neue Note zukunfts- und fälschungssicher.

Der neue 20-€-Geldschein ist die dritte Banknote der „Europa-Serie“. Er enthält ein zusätzliches, innovatives Sicherheitsmerkmal, das einen Durchbruch in der Banknotentechnologie darstellt: Das Porträt-Fenster im Hologramm. Wenn man die Banknote gegen das Licht hält, wird das Fenster durchsichtig und in ihm erscheint ein Porträt der Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins erkennbar ist.

Auf der neuen 20-€-Note ist wie auf den 5-€- und 10-€-Noten eine Smaragd-Zahl abgebildet. Diese Neuerungen machen die Serie noch fälschungssicherer und stärken das Vertrauen in die Währung.

Das Eurosystem, also Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken des Eurogebiets, ist verpflichtet durch regelmäßige Verbesserungen der Sicherheitsmerkmale von Banknoten die Integrität der Noten zu wahren und die Fälschungssicherheit zu steigern. Aus Studien geht hervor, dass Europäer die herkömmliche Beschaffenheit des Papiergeldes bevorzugen, weshalb auch die Banknoten der neuen Serie auf Baumwollpapier gedruckt werden.

Heute stellt der Euro die Währung für rund 388 Millionen Menschen in 19 Ländern dar. Sie sind gemeinsam stärker, dank ihres Vertrauens in den Euro, der sich als verlässliche globale Währung erwiesen hat.

Im Laufe der Zeit wird das Eurosystem die Banknoten der ersten Serie ersetzen. Am 02. Mai 2013 wurden die 5-€-Noten und am 23.09.2014 die 10-€-Noten ersetzt. Ab dem 25.11.2015 wird dann der neue 20-€-Schein in den Umlauf gebracht.

Leichte Prüfbarkeit der Echtheit des neuen Zwanzigers

Weiterhin kann die Echtheit der Euronoten durch den Test „Fühlen – Sehen – Kippen“ leicht geprüft werden. Wie das geht, steht hier:

Fühlen

Das Papier echter Geldscheine ist griffig und fest. Es enthält bei Hauptmotiv, Schrift und bei der großen Wertzahl ein Relief, das spürbar sein muss. Neu ist, dass sich auf der Vorderseite neuer Banknoten am linken und rechten Rand eine Reihe kurzer erhabener Linien ertasten lässt.

Sehen

Gegen das Licht betrachtet zeigt sich auf echten Banknoten ein schemenhaftes Motiv, das zum einen den Wert der Note und zum anderen das Hauptmotiv zeigt. Neu ist das Porträt-Wasserzeichen, bei dem ein Portät der Europa sichtbar wird. Zudem gibt es das Porträt-Fenster im Hologramm: Wird die Note gegen das Licht betrachtet, wird das Fenster durchsichtig und zeigt, von beiden Seiten erkennbar, das Porträt der Europa.

Kippen

Durch Kippen des Geldscheins zeigt der Folienstreifen im rechten Teil der Vorderseite einer echten Banknote die Wertzahl und das Euro-Zeichen (€). Neu ist die Smaragdzahl. Eine glänzende Zahl, auf der sich ein Lichtbalken auf und ab bewegt; zudem ändert sich die Farbe der Zahl von Smaragdgrün zu Tiefblau. Auch das Porträt-Fenster im Hologramm bietet einen Effekt beim Kippen: Die Wertzahl der Banknote ist, umgeben von regenbogenfarbenen Linien, zu sehen. Auf der Rückseite der Note erscheint die kleine Wertzahl, ebenfalls in Regenbogenfarben, mehrfach im Fenster.

Das Europa-Porträt-Fenster

Weltweit sind auf vielen Geldscheinen Porträts abgebildet. Wie Forschungen zeigen, haben diese nämlich einen besonders hohen Wiedererkennungswert. Für die neuen Banknoten wurde Europa gewählt. Diese Figur stammt aus der griechischen Mythologie und ist die Namensgeberin unseres Kontinents.

Das abgebildete Porträt entstammt einer Abbildung auf einer üner 2000 Jahre alten Vase aus Süditalien. Sie kann im Louvre besichtigt werden. Bei den neuen 20-€-Noten wurde eine innovative Technologie eingesetzt, bei der Europa in einem „Porträt-Fenster“ im Hologramm erscheint.

Die Europa-Serie

Mit der Europa-Serie werden die bisherigen Noten schrittweise in den nächsten Jahren in aufsteigender Reihenfolge ersetzt. 2013 wurden die 5-€-Noten eingeführt, 2014 die 10-€-Scheine. Im November 2015 folgt der Zwanziger.
Beibehalten werden die bisherigen Stückelungen (5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500€).

Bei der Entwicklung der neuen Banknoten wurden Hersteller und Anbieter von Banknotenbearbeitungsgeräten mit einbezogen, um eine schnelle Umstellung der Geräte und Automaten vorzubereiten.

Um vorhandene Bestände alter Noten abzubauen, gibt es feste Termine zu denen die in die Tage gekommenen Noten ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel verlieren. Während beide Serien parallel im Umlauf sind, werden die alten Scheine sukzessive eingezogen. Ihren Wert behalten die Scheine alter Serien jedoch weiterhin, da sie auf unbegrenzte Zeit bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems umgetauscht werden können.

Die Euro-Geldscheine sind übrigens für Sehbehinderte geeignet. Anhand der unterschiedlichen Größen der Noten kann der Wert ermittelt werden: Je größer der Schein ist, desto höher ist auch sein Wert. So können Blinde und Sehbehinderte die Scheine entsprechend ihrer Größen im Portemonnaie anordnen.
Dennoch wurden auch Menschen mit Sehbehinderung in die Entwicklung der Europa-Serie eingebunden, um eine weitere Optimierung der Scheine voranzutreiben. So wurde sichergestellt, dass auch Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen sicher mit der Währung umgehen können. So wurden auf der Vorderseite große, deutlich sichtbare Schriftzeichen aufgedruckt, an den Rändern befinden sich ertastbare Unterscheidungsmerkmale. Die Hauptfarben der Euronoten werden jedoch beibehalten und dafür kräftiger ausgeführt, damit die Unterscheidung erleichtert wird.

Schutz der Euro-Banknoten

Zahl der eingezogenen Banknoten in der Euroregion. Grafik: EZB.

Zahl der eingezogenen Banknoten in der Euroregion. Grafik: EZB.

Das Eurosystem unternimmt erhebliche Anstengungen, um zum einen die Öffentlichkeit und zum anderen Personen, die mit Bargeld tagtäglich arbeiten, über die Sicherheitsmerkmale echter Banknoten aufzuklären und zu zeigen, wie sie eine gefälschte Note erkennen können. Außerdem sorgt das Eurosystem dafür, dass Geräte und Automaten Blüten zuverlässig aufspüren und eingezogen werden können.

Darüber hinaus arbeitet die EZB eng mit der Europäischen Kommission, Europol, Interpol sowie mit den nationalen Polizeien zusammen.

Bildstrecke

Die Fotos sind von der EZB unter der CC-BY-ND2.0 veröffentlicht. Fotos aufgenommen von Andreas Böttcher, Copyright bei EZB.

Infografik zur Einführung der 20-Euro-Scheine

Infografik zur Einführung der neuen 20-Euro-Scheine. Grafik: EZB.

Infografik zur Einführung der neuen 20-Euro-Scheine. Grafik: EZB.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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