24. Deininger Faschingszug

Deining. Seit 24 Jahren ist er nicht nur fester Bestandteil sondern Höhepunkt des Deininger Faschingstreibens. Die Rede ist vom Faschingszug. Dieses Jahr nahmen zwölf Gruppen teil und nahmen so manche Geschichte auf’s Korn.

„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“, sagt ein altes Sprichwort. Dieses kann auch als Motto für den Deininger Faschingszug verstanden werden, bei dem Geschichten aus dem Dorf- und Gemeindeleben satirisch aufbereitet werden.

Beim 24. Deininger Faschingszug drehten sich viele Stücke um den Deininger Bürgermeister Alois Scherer. Mal als „Selfie-König“, mal als Vorsitzender des „Hirnfriedhofs“ (eine Parabel auf den Gemeinderat, vorgetragen vom legendären Karamba).
Erstaunlich zurückhaltend waren die Deininger mit ihrem Pfarrer Norbert Zawilak. Lediglich die eine oder andere Spitze skandierte die seit einigen Wochen in den Medien kursierende Neujahrsrede Zawilaks.
Weitere Themen waren vor allem lustige Geschichten aus den umliegenden Dörfern.

Wie schon seit einigen Jahren eröffnete die Dietfurter Kaisergarde – wenn auch etwas dezimiert – pünktlich um 13:30 Uhr den närrischen Nachmittag. Danach zogen die Wagen und Fußgruppen durch den Ort.

Gut besucht: Der 24. Deininger Faschingszug. Foto: Nicolas Keckl / neumagg.net
Gut besucht: Der 24. Deininger Faschingszug. Foto: Nicolas Keckl / neumagg.net

Los ging das Ausspielen und Derblecken mit der Kindergruppe der Kita St. Josef Deining. Gefolgt von einer Tanzeinlage des Zirkusvereins Neumarkt, bei der die Turner spektakulär durch die Lüfte wirbelten.
In ihrer Rede begrüßten Prinzessin Sandra I. und Prinz Florian I. das Publikum und erzählten von ihrer zurückliegenden Amtszeit. Während sich das Prinzenpaar für den Walzer ins passende Outfit warfen, heizten die „Zumba-Mädels“ den Zuschauern mit flotten Beats und Moves ein.
Der traditionelle Walzer des Prinzenpaares wurde mit fetzigen Stücken wie Michael Jacksons „Thriller“ und „Party Rock Anthem“ von LMFAO aufgepimpt.
Nach der Tanzeinlage wetterte Franz-Josef alias Karamba gegen die Strohköpfe im Rathaus und nahm auch den Kirchen-Schmierfink hart ins Gericht. Allen voran richtete sich die Empörung jedoch gegen Bürgermeister Scherer.

Ein weiteres Highlight war der Wagen der „Köllabudn“. In der Vergangenheit warteten die Jungs mit Themen wie „Brandstifter Breno“ und „50 Windräder für Deining“ auf, heuer sollte es „Selfie-König“ Alois sein. Auslöser für das Motto war ein Foto, das der Bürgermeister online zeigte. Musikalisch sorgte Benjamin Seitz mit einer Adaption von Mickie Krauses „Schatzi schenk mir ein Foto“ für beste Stimmung: „Alois schenk mir ein Selfie…“ wurde zum Hit des Zuges.

Die Fußgruppe des 1. FC Deining hat sich nach eigenen Angaben selbst zensiert. Auf dem Bollerwagen gab es allerhand Informationen zu Don Camillo und Pepone zu lesen.
Die Mittersthaler Ortsvereine nahmen mit ihrem „Zaungeflüster“ – wie vor neun Jahren schon – Geschehnisse aus ihrem Dorf in den Fokus. Unter anderem prangerten sie den mangelhaften Diebstahlschutz ihres Schildes an, welches Mittersthal als Mittelpunkt des Landkreises auswies.

Zu guter Letzt ergriff Conchita Wurst für Oberbuchfeld das Wort und mahnte nicht nur den Pfarrer Zawilak zu mehr Toleranz, sondern stellte auch fest, dass Deining – anders als vom Focus berichtet – gar keine Stadt sondern ein Dorf sei. Zudem ging es um drastische Sparmaßnahmen beim Winterdienst.

Den krachenden Abschluss des Zuges bildete die Tanzeinlage des Elferrates. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut um den Zuschauern nur das Beste bieten zu können. So traten Megastars wie Wolfgang Petry und Helene Fischer auf.

Nach dem Faschingszug feierten die Deininger noch bis tief in die Nacht hinein in ihren beiden Zelten ausgelassen und feucht-fröhlich.

Für das nächste Jahr, das große 25. Jubiläum steht an, sind schon die ersten Planungen im Gange. Mehr dürfen und wollen wir natürlich noch nicht verraten. Jedenfalls freuen wir uns schon auf die nächste Auflage des Deininger Gaudiwurms.

Bildstrecke

Hier haben wir noch einige Eindrücke zusammengestellt. Die vollständige Galerie ist hier zu finden: Zur Galerie.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.