Friedlicher Chinesenfasching 2015

Dietfurt. Jahr für Jahr treiben es die Maschkerer ganz schön bunt im sonst eher beschaulichen Dietfurt. Das Radl- und Wanderparadies verwandelt sich am unsinnigen Donnerstag in eine Feiermeile. Leider sind die geltenden Gesetze dort oftmals nicht so beachtet. Die Polizei zieht dennoch eine positive Bilanz für den Chinesenfasching 2015.

Das polizeiliche Einsatzgeschehen auf dem diesjährigen Chinesenfasching am „Unsinnigen Donnerstag“ kann, im Verhältnis zur Masse der Besucher, als relativ überschaubar bezeichnet werden. Schwerwiegende Sicherheitsstörungen blieben aus, wenngleich die Einsatzkräfte insbesondere beim nächtlichen Faschingstreiben schon gut zu tun hatten, um manch hitzige Gemüter zu beruhigen. Das Straftatenaufkommen zeigte sich in diesem Jahr leicht rückläufig.

„Ohne Vorkommnisse“ hieß es beim „Faschingszug“ am Nachmittag ab 14.00 Uhr. Trotz des unangenehmen Wetters suchten geschätzte etwa 12.000 Besucher den Weg nach Dietfurt. Das bewährte gemeinsame Einsatzkonzept von Polizei – Feuerwehr – Stadtverwaltung – Sicherheitsdienst sorgte für einen reibungslosen Verlauf der Veranstaltung.

Lediglich ein 9-jähriges Mädchen aus einem Nachbardorf hatte ihre Gruppe und damit auch etwas die Orientierung verloren. Das sichtlich dankbare Mädchen durfte dann im Streifenwagen nach Hause fahren.

Bereits ab den frühen Abendstunden wurde von den Sicherheitskräften an den Zugängen zur Innenstadt gemäß der geltenden Stadtsatzung das mitgebrachte Glas in Form von Bier- und Schnapsflaschen „abgefischt“.

Zusammen mit einer starken Präsenz von Fußstreifen der Polizeieinheiten gelang es, den stark bevölkerten Innenstadtbereich recht friedlich zu gestalten, obwohl manche natürlich gar nicht begeistert waren, nicht in eines der überfüllten Lokale gelangen zu können.

Weniger Scherben auf den Straßen und gut gefüllte Abfallbehältnisse waren das Ergebnis der Bemühungen von Stadt, Sicherheitsdienst und Polizei.

Leider ignorieren aber noch viele Besucher, Lokalbetreiber und auch Faschingszugteilnehmer das geltende Glasverbot und sorgten damit neben Abfall auch für Gefahrenstellen auf den Verkehrsflächen. So mussten einige gestürzte Personen mit Schnittverletzungen vom BRK versorgt werden.

Körperverletzungen

Mit steigendem Alkoholpegel nehmen auch die vermeintlichen Kräfte von jungen Männern zu:

So gerieten im Espanweg im Verlaufe des Abends ein 22-Jähriger und ein 20-Jähriger aus dem Gemeindebereich Berg mehrfach aneinander und sorgte für gegenseitige Verletzungen, obwohl man sich ja eigentlich gut kennt.

Ein 19-jähriger Mühlhausener legte sich gegen 21.00 Uhr an selber Örtlichkeit mit einem Brüderpaar aus Kipfenberg an. Nach vorausgehenden Beleidigungen üblerer Art verpasste er den 20- und 19-Jährigen ein paar Hiebe, denen ein Schneidezahn zum Opfer fiel.

Geschlagen wurde hier um 22.30 Uhr auch ein 16-jähriger Berchinger. Sein Kontrahent war ein 17-Jähriger aus Kipfenberg.

Gegen 23.00 Uhr „fing“ sich in der Hauptstraße ein 17-Jähriger aus Greding von einem Unbekannten einen Faustschlag ein. Der Täter konnte in einer Faschingsgruppe unerkannt entkommen. Der Schlag blieb ohne schwerwiegende Folgen.

In allen Fällen standen die Beteiligten deutlich unter Alkoholeinwirkung. Es blieb bei mehr oder weniger leichten Verletzungen. Die Strafverfahren laufen.

Diebstahlsdelikte

Ein Diebstahl aus Verärgerung wurde gegen 01.00 Uhr in der Innenstadt aktenkundig. Einer 21-Jährigen aus Kelheim sowie ihrer 22-jährigen Freundin aus Dietfurt wurden in einem brechend vollen Lokal in der Innenstadt ihre Jacken entwendet. Aus Frust darüber klauten die beiden ihrerseits insgesamt sieben Jacken ihnen unbekannter Eigentümer aus der Garderobe des Lokals. Allerdings wurden die beiden dabei ertappt.

Ein 20-jähriger aus dem Gemeindebereich Dietfurt fand es besonders witzig, mit einem Verkehrszeichen  spazieren zu gehen. Gegen 02.00 Uhr kam ihm in der Bahnhofstraße aber eine Fußstreife der Polizei in die Quere, nahm ihm das Diebesgut ab und verpasste ihm im Ausgleich dazu eine Diebstahlsanzeige.

Alkohol am Steuer

Besonders „cool“ sein wollte ein 17-Jähriger aus Beilngries sein, der nach 04.00 Uhr zusammen mit seinem 15-jährigen Freund aus Kinding den Nachhauseweg auf dessen Motorroller antrat. Der Fahrer hatte zwar keine Fahrerlaubnis, dafür aber einen ordentlichen Alkoholpegel. Jetzt war die Blutentnahme fällig. Bei der Durchsuchung des Rollers wurde dann auch noch ein verbotener Schlagring des 15-Jährigen entdeckt.

Sonstige Delikte

Um die Zugangskontrolle zu einer Veranstaltungshalle passieren zu können, tauschten ein 18- sowie ein 17-Jähriger, beide aus Beilngries, kurzerhand Ausweisdokumente und wurden vom aufmerksamen Sicherheitsdienst prompt erwischt. Wegen Straftaten „Missbrauch von Ausweispapieren“ haben sich die Beiden zu verantworten.

Gegen 00.30 Uhr erleuchtete ein 17-Jähriger aus Breitenbrunn die Hauptstraße mit einem Laserpointer. Da dies hier ausdrücklich untersagt ist, hat die Aktion Folgen und der Pointer liegt jetzt bei der Polizei.

Darüber hinaus endete der unkontrollierte Alkoholkonsum zumindest für sechs junge Leute im Krankenhaus, Diagnose: „Verdacht auf Alkoholvergiftung“.

Resuümee

Abschließend ist aus Sicht der einsatzleitenden Polizeiinspektion Parsberg, die abwechselnd von Dienstkräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, vom Einsatzzug Regensburg und einer Militärpolizeistreife der US-Armee unterstützt wurde, die bewährte Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Dietfurt, besonders mit den Feuerwehrkräften Dietfurt, mit dem Rettungsteam des BRK sowie dem im Auftrag der Stadt Dietfurt eingesetzten und überaus professionell agierenden Sicherheitsdienst hervorzuheben.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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