Freund versehentlich in den Rücken geschossen

Landkreis Regensburg. Nach einer ausgiebigen Feier hat sich am 31.12.2014 ein 21-Jähriger in einem Regensburger Krankenhaus selbst eingeliefert – mit einer Schusswunde im Rücken.

Kurz vor Mittag wurde am Mittwoch, 31.12.2014,  die Einsatzzentrale der Polizei darüber informiert, dass in einem Regensburger Krankenhaus ein junger Mann aufgenommen wurde, der eine Schussverletzung hatte. Der Mann hatte sich wegen starker Schmerzen selbst ins Krankenhaus begeben. Hier wurde am Rücken eine Schussverletzung festgestellt. Der Mann war ansprechbar – Lebensgefahr bestand nicht.  Allerdings stand zu diesem Zeitpunkt dem Verletzten noch eine Operation bevor, denn das Projektil musste aus dem Rücken entfernt werden.

Im Rahmen einer ersten Befragung versuchte der 21-Jährige zunächst den Polizeibeamten einen „Bären aufzubinden“. Doch schon bald rückte er mit den tatsächlichen Umständen heraus, unter denen er die Verletzung am Rücken erlitten hatte.

Demnach feierte der 21-Jährige mit drei erwachsenen Freunden in der Nacht zum Mittwoch bis in die Morgenstunden des 31.12.2014 hinein. Gegen 04.00 Uhr kam das Quartett auf die Idee mit einem Kleinkalibergewehr zum Schießen ins Freie und an den nahegelegenen Ortsrand zu gehen. Unter anderem wurde dabei auch gezielt auf Straßenlaternen geschossen, wobei zumindest eine zerstört wurde.  Nach den Angaben des Verletzten kam es dabei zu einem tragischen Unfall, bei dem ihm sein Freund aus Versehen in den Rücken schoss.

Während der junge Mann nach eigenen Angaben kurz bewusstlos geworden sei,  gingen seine Freunde davon aus, dass er nur Theater spielen würde. Trotz einer Nachschau konnten die Freunde bei ihm keine Verletzung feststellen. Das Quartett trennte sich schon kurz danach. Der Verletzte ging nach Hause und versteckte das Gewehr. Nachdem die Schmerzen im Rücken immer stärker wurden,  begab er sich zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Hier wurde der Einschuss im Rücken festgestellt. Unklar war zunächst, ob die Verletzung von einem sog. „Diabolo“,  also von Luftgewehrmunition,  oder von einem Kleinkalibergeschoss verursacht worden war. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde die Tatwaffe, ein   Kleinkalibergewehr,  genau  dort aufgefunden, wo sie der Verletze nach seinen Angaben versteckt hatte. Die Waffe, die sich  seit Jahrzehnten legal im Besitz des Großvaters befand,  wurde sichergestellt.  Wie der Enkel an die Waffe gelangen konnte,  ist derzeit noch völlig unklar.

Der 24-Jährige, der aus Versehen auf seinen Freund geschossen hatte, wurde am Nachmittag festgenommen. Er musste zwei Blutentnahmen über sich ergehen lassen. Zu den Vorwürfen wollte er zunächst nicht aussagen.

Die Ermittlungen gegen den Schützen werden wegen fahrlässiger Körperverletzung geführt. Darüber hinaus wird gegen alle Beteiligte wegen Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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