Buntmetall in großem Stil gestohlen

Oberpfalz. Die Aufmerksamkeit eines Autovermieters, das Gespür und Engagement von Beamten der Polizeiinspektion Furth im Wald und die langwierige und intensive Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Beamten des Kommissariats 10 der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg mit Dienstsitz in Furth im Wald, führten letztendlich zur Klärung einer schadensträchtigen Diebstahlsserie im Landkreis Cham/OPf.

Die in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Regensburg agierenden Kriminalbeamten erhielten bei ihrer Arbeit auch Unterstützung von den Polizeidienststellen in Cham und Roding. Nun befinden sich fünf Tatverdächtige einer Diebesbande, im Alter von 25 bis 44 Jahren, in verschiedenen bayerischen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft. Sie alle sind deutsche Staatsangehörige und wohnen im Landkreis Cham/OPf.

Nach dem bisherigen Kenntnisstand hatte sich die Bande auf den Diebstahl und Verkauf von wiederverwertbarem Messing aus dem Produktionsprozess eines im Landkreis Cham/OPf ansässigen Industriebetriebes spezialisiert. Nahezu 70 Tonnen, mit einem Verkaufswert von etwa 250.000 Euro, transportierte die Diebesbande in wechselnder Besetzung, darunter auch zwei Frauen, aus dem Industrieareal.

Das Objekt der Begierde – Messingabfälle. Foto: PP OPF.

Das Objekt der Begierde – Messingabfälle. Foto: PP OPF.

Angestoßen wurden die Ermittlungen Ende August 2014 in Furth im Wald, nachdem der Verantwortliche einer Autovermietung Polizeibeamte darauf aufmerksam machte, dass im angrenzenden Grundstück eine Kunststoffbox samt Deckel und eine Palette lagen. Die Beamten der Fahndungsgruppe der Polizeiinspektion Furth im Wald stießen bei ihren Nachforschungen zur Herkunft dieser Gegenstände auf das im westlichen Landkreis ansässige Unternehmen. Dort stellte sich schnell heraus, dass nicht nur diese eine Kunststoffbox fehlte, sondern in den zurückliegenden sechs Monaten etwa 30 Metallabfallcontainer mit einem Fassungsvermögen von jeweils einem Kubikmeter „verschwunden“ waren.

Vor dem Hintergrund dieser Dimensionierung übernahm das in Furth im Wald ansässige Kommissariat für grenzbezogene Kriminalität die weiteren Ermittlungen. Sehr schnell war klar, dass zur Begehung der Taten entsprechende Insiderkenntnisse vorgelegen haben mussten, um die nicht nur schwere sondern auch voluminöse Beute aus dem umzäunten und überwachten Gelände zu schaffen.

Durch mehrwöchige, situationsangepasste kriminaltechnische Maßnahmen kamen die Ermittler auf die Spur der fünfköpfigen Gruppierung. In deren Reihen befanden sich auch einige Mitarbeiter eines unmittelbar an das geschädigte Unternehmen angrenzenden Betriebes. So hatten sie das notwendige Insiderwissen um danach ihre Taten planen und durchführen zu können.  Neben der Kenntnis über den Umgang mit Gabelstaplern  erwies sich vor allem die Beschäftigung im Werkschutz, die zwei der Bandenmitglieder rigoros nutzten, als vorteilhaft für die Begehung der Diebstähle. Zur Tatausführung hatte man sich zwischenzeitlich sogar einen Gabelstapler und einen Kleintransporter angeschafft.

Hauptdrahtzieher war ein 25-jähriger Werkschutzangehöriger aus dem Nachbarunternehmen dem sich in der Folge ein gleichaltriger selbständiger Handwerker angeschlossen hatte. Sie koordinierten die Tatabläufe und auch den Absatz der Beute bei Schrotthändlern der Region.

Nach wochenlangen Ermittlungen und kriminaltaktischen Maßnahmen schnappte Anfang November die Falle der Ermittler zu. Zeitgleich nahmen sie vier Bandenmitglieder, darunter die beiden 25 und 36 Jahre alten Wachmänner sowie einen 44-jährigen Lageristen und seine gleichaltrige Ehefrau auf frischer Tat fest.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg erließ der Richter am Amtsgericht Regensburg Haftbefehl gegen die vier Festgenommenen, wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls. Nach Erlass eines weiteren Haftbefehls gegen den zweiten Haupttäter, den 25-jährigen selbständigen Handwerker, wurde dieser Anfang Dezember an einer Arbeitsstelle in Regensburg festgenommen. Auch er sitzt mittlerweile wegen des gleichen Straftatbestandes in Untersuchungshaft.

Zum Abtransport der Beute dienten Kleintransporter. Foto: PP OPF.

Zum Abtransport der Beute dienten Kleintransporter. Foto: PP OPF.

Im Zuge der Ermittlungen fanden die Kriminalbeamten zahlreiche Beweismittel und stellten sie sicher. Darunter auch zwei Fahrzeuge und zwei vierstellige Bargeldbeträge, die zur Begehung der Taten Verwendung fanden bzw. aus dem Verkaufserlös des Messings stammen dürften und deshalb der Einziehung unterliegen.
Gegen eine sechste Tatverdächtige, eine 21-jährige Frau aus dem östlichen Landkreis Cham dauern die Ermittlungen noch an. Sie befindet sich nicht in Untersuchungshaft.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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