Belohnung im Mordfall Perlinger auf 10.000 Euro verdoppelt

Oberpfalz. Im Februar 1993 wurde der 41-jährige Karl Perlinger in seinem Schuhgeschäft in Furth im Wald erstochen. Seit mehr als 21 Jahren sucht die Polizei nun schon den Täter. Jetzt wurde die Belohnung im Mordfall Perlinger von 5.000 auf 10.000 Euro verdoppelt.

Nach wie vor mit der Klärung eines mehr als 21 Jahre zurückliegenden Tötungsdeliktes befasst ist die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Am 08. Februar 1993, zwischen 09.00 Uhr und 09.30 Uhr, tötete ein bisher Unbekannter mit einem Messer den damals 41-jährigen Karl Perlinger in dessen Schuhgeschäft in der Bahnhofstraße 11 in Furth im Wald.

Seit einigen Jahren ist das in Furth im Wald angesiedelte Fachkommissariat für grenzbezogene Kriminalität der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg mit den Ermittlungen zu diesem Mordfall befasst. Alle bisher zusammengetragenen Erkenntnisse aus Vernehmungen und Gutachten, erstellt mit den neuesten Möglichkeiten der Kriminaltechnik führten nicht zu dessen Klärung. Ebenso wenig die intensive Öffentlichkeitsarbeit dies- und jenseits der bayerisch-tschechischen Grenze, wie etwa in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ im Dezember 2010.

Nun setzt man parallel zu den laufenden Ermittlungen auf die Verdoppelung der ursprünglich ausgelobten Belohnung von 5.000 Euro, auf 10.000 € (in Worten: Zehntausend) um dadurch möglicherweise weitere Hinweise zu bekommen. Diese Auslobung wird unter Ausschluss des Rechtswegs zuerkannt und ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Erneut erinnert die Kriminalpolizei an zwei Fragen, die in der Vergangenheit bereits an die Öffentlichkeit gerichtet wurden, allerdings bis dato unbeantwortet sind:

  • Eine Woche nach der Tat, am 15.02.1993 also, äußerte sich ein bisher unbekannter Reisender am Grenzübergang Eschlkam gegenüber einem Polizeibeamten dahingehend, dass die Polizei doch einmal im Krankenhaus von Domazlice/CZ weitere Nachforschungen zu dem Tötungsdelikt anstellen solle. Die Identität dieses Reisenden wäre von großer Bedeutung.
  • Im Januar 1995 ging bei der damaligen Grenzpolizeiinspektion Furth im Wald ein anonymer Brief ein, in dem der Verfasser die persönlichen Verhältnisse des Opfers beschreibt. Dieser bisher ebenfalls unbekannte Verfasser wäre für die weitere polizeiliche Ermittlungsarbeit von großer Bedeutung.

Wer zu diesen Fragen, aber natürlich auch abseits davon, entsprechende Angaben zu dem damaligen Tatgeschehen und dessen Hintergründen machen kann, wird gebeten sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg können für die Ermittlungen relevante Hinweise vertraulich behandelt werden, auch daran sei erinnert.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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