Neue Erkenntnisse zum Familienstreit in Pyrbaum

Pyrbaum/Landkreis. Es gibt Neuigkeiten im Fall des angeschossenen Familienvaters, der am Samstagabend mit einem Messer seine Kinder attackierte: Die Staatsanwaltschaft prüfe die Erlassung eines Haftbefehls gegen den Mann. Auch strafrechtliche Untersuchungen des Schusswaffengebrauchs durch einen Polizeibeamten seien eingeleitet worden.

Nähere Details der Geschehensumstände, die in den Abendstunden des 31.05.2014, in einem Ortsteil der Gemeinde Pyrbaum zum Schusswaffengebrauch durch einen Polizeibeamten führten, gibt es seitens der tangierten Ermittlungsbehörden.

Nach dem jetzigen Ermittlungsstand war es der 32-jährige Familienvater selbst, der gegen 21.15 Uhr die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz anrief und dabei mitteilte, dass er eines seiner Kinder mit einem Messer verletzt habe. Näheres war aufgrund der Aufgeregtheit des Anrufers nicht in Erfahrung zu bringen. Unverzüglich wurden Streifenfahrzeuge der Polizeiinspektion Neumarkt zum Tatort entsandt.

Etwa gegen 21.25 Uhr ging ein erneuter Notruf ein, in dem eine Anruferin mitteilte, dass der 32-Jährige mit einem Messer bewaffnet sei und sich dessen drei und sechs Jahre alten Kinder bei ihm im Haus befänden.
Zugleich konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Ehefrau und Mutter der beiden Kinder sich wegen einer Erkrankung im Krankenhaus befindet.

Mehrere Versuche mit dem Familienvater telefonischen Gesprächskontakt aufzunehmen scheiterten.

Polizeibeamte hatten vor Betreten des Hauses mit der Anruferin Kontakt aufgenommen und dabei erfahren, dass sie den 32-Jährigen mit einem Messer im Haus gesehen habe. Das Schreien der Kinder war bis in den Außenbereich zu hören.
Eine Streifenbesatzung gelangte schließlich über den Keller in das Zweifamilienhaus. Im Erdgeschoss trat der 32-Jährige mit einem Messer in Angriffshaltung auf die Beamten zu. In dieser Situation gab ein 31-jähriger Beamter einen Schuss auf den Angreifer ab, der diesen im Bauchbereich traf und schwer verletzte.

Die beiden drei und sechs Jahre alten Buben wiesen im Hals- und Körperbereich zahlreiche Schnittverletzungen auf, die, wie sich später herausstellen sollte, nur oberflächlicher Natur waren.
Sowohl der 32-Jährige als auch seine beiden Kinder wurden in getrennte Krankenhäuser verlegt.  Sie alle befinden sich noch in stationärer Behandlung. Die nur leicht verletzten Kinder wurden zwischenzeitlich mit der Mutter zusammengeführt.

Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermitteln sowohl die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg zum Geschehen, das zu dem Schusswaffengebrauch führte, als auch das Bayerische Landeskriminalamt zum polizeilichen Schusswaffengebrauch.

Das Tatmotiv des Beschuldigten ist bislang nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth prüfe in diesem Zusammenhang indes auch die Frage, ob Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den 32-jährigen Beschuldigten gestellt werden wird.

Hinsichtlich des polizeilichen Schusswaffengebrauchs habe die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Gegenstand dieses Verfahrens sei die Klärung der Umstände des Schusswaffengebrauchs und deren strafrechtliche Beurteilung. Mit den polizeilichen Ermittlungen sei insoweit das  Sachgebiet „Interne Ermittlungen“ des Bayerischen Landeskriminalamtes betraut.  Die Ermittlungen dauern auch hierzu an.

Zu gegebener Zeit werden wir nachberichten.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.

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