Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche in sozialen Netzwerken

Oberpfalz. Das Polizeipräsidium der Oberpfalz warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Profile auf sozialen Netzwerken „gehackt“ oder kopiert werden um anschließend unter falschen Vorwänden die Freunde „abzukassieren“.Bei der Polizei gingen in den ersten Apriltagen drei Anzeigen ein, die auf betrügerische Aktivitäten gegenüber Nutzern von sozialen Kontaktplattformen hindeuten.

In einem Fall im Landkreis Amberg-Sulzbach gelangten bislang unbekannte Betrüger an einen dreistelligen Betrag, als ein 22-Jähriger im Glauben eine Bekannte finanziell zu unterstützen, Bezahlcodes online weiter leitete.

Wie funktioniert die Masche?

Jetzt haben es die Betrüger auf die Profile in sozialen Netzwerken abgesehen. Foto: Nicolas Keckl
Jetzt haben es die Betrüger auf die Profile in sozialen Netzwerken abgesehen. Foto: Nicolas Keckl

Die Betrüger „hacken“ ein persönliches Profil oder erstellen eine Kopie, in den vorliegenden Fällen von facebook-Nutzern, und gelangen so an die Namen der eingetragenen Freunde.

Dieser Freundeskreis wird nun im Namen des Bekannten, unter einem Vorwand, um die Übermittlung der Handy-Nummer gebeten.

Um mit den erhaltenen Telefonnummern „abkassieren“ zu können, wenden sich die Täter dann an mobile Zahlungsanbieter, wie beispielsweise die SMS-Bezahlsysteme „Zong“ oder „PayPal“. Mit solchen lassen sich z. B. im Internet digitale Einkäufe tätigen.

Belastung über die nächste Telefonrechnung

Die Betrüger geben dann mit den Handynummern der Geschädigten bei einem solchen Serviceanbieter Zahlungen in Auftrag. Der Anbieter übermittelte daraufhin per SMS Zahlencodes an die Handynutzer, die zur Bestätigung der Bezahlaufträge dienen.

Die Geschädigten sollen dann diese Codes ebenfalls an ihren vermeintlichen Facebook-Bekannten weiterleiten. In dem Glauben, einem Freund zu helfen, kommen immer wieder Personen diesen Bitten nach. Spätestens mit Erhalt der nächsten Telefonrechnung, die im Auftrag von „Zong“ oder „PayPal“ mit drei- bis vierstelligen Eurobeträgen belastet ist, fällt den Betrugsopfern der Schwindel dann auf.

Die Polizei rät

  • Geben Sie im Internet nicht mehr Daten von sich Preis als zwingend notwendig!
  • Besondere Vorsicht bei Adress-, Konto- oder Telefondaten!
  • Seien Sie sensibel, z.B. bei Erhalt einer SMS mit Zahlencodes wie beschrieben!
  • Sollten Sie eine derartige Nachricht erhalten, nehmen sie persönlich Kontakt mit dem Freund auf und informieren sie ihn, dass sein Account möglicherweise manipuliert wurde!
  • Wenn Sie selbst Opfer eines solchen Betruges geworden sind, wenden Sie sich umgehend an die Polizei und warnen Sie ggf. eigene Freunde vor derartigen Kontakten!

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.