"Stille Helden" ausgezeichnet

Neumarkt. Beim diesjährigen Neujahresempfang wurden traditionsgemäß auch die Auszeichnungen „Stille Helden – Preis für bürgerschaftliches Engagement“ verliehen. Wie Oberbürgermeister Thomas Thumann in der Einführung zur Preisverleihung sagte, sei eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement undenkbar. Dazu zitierte er den römischen Philosophen und Staatsmann Seneca, der gesagt hat: „Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.“

OB Thumann überreichte Blumen an die Stillen Helden 2013. Foto Franz Janka
OB Thumann überreichte Blumen an die Stillen Helden 2013. Foto Franz Janka

Als Würdigung für das vielfältige Engagement in Neumarkt verleiht die Stadt schon zum 7. Mal im Rahmen des Neujahrsempfangs diesen Ehrenamtspreis. Initiiert worden war der Preis von der Freiwilligenagentur und die Stadt unterstützt diese Initiative gerne. Dabei werden Menschen oder Gruppen in den Mittelpunkt gestellt, die oft jahrelang im Hintergrund viel Gutes tun. Die Auswahl der Preisträger übernimmt eine eigene Jury, die in diesem Jahr aus Bürgermeisterin Ruth Dorner, Vera Finn von der Freiwilligenagentur und dem Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege Bernhard Schinner bestanden hat. Oberbürgermeister Thumann dankte den Jurymitgliedern und nahm dann zusammen mit Vera Finn die Auszeichnung vor. In der Kategorie Einzelpersonen wurde Uta Neumüller für ihr hervorragendes Engagement bei der Herzsportgruppe in der Abteilung Reha- und Behindertensport des ASV Neumarkt ausgezeichnet. Seit fast 30 Jahren ist sie dort als Übungsleiterin tätig und hat nicht zuletzt auch die Gründung dieser Gruppe mit unterstützt. Insgesamt sind bis zu 80 Teilnehmer in drei Teilgruppen mit dabei. Ziel ist es, den Betroffenen innerhalb ihrer körperlichen Grenzen und Beeinträchtigungen wieder ein angstfreies Bewegen im Alltag zu ermöglichen. Ebenfalls in der Kategorie Einzelperson geehrt wurde Birgit Ehrnsperger, die sich seit 1996 für die Menschen in der ehemaligen Kriegsregion Bosnien und Herzegowina einsetzt. Besonders das Dorf Kulen Vakuf liegt ihr dabei sehr am Herzen, seit sie es 1999 erstmals besucht hat. Seither reist sie ein- bis zweimal jährlich dorthin und hat viele Kontakte. Birgit Ehrnsperger war zudem auch 2002 Gründungsmitglied des Vereins „Schutzengel gesucht“, sie ist Kassenprüferin und seit 2010 zweite Vorsitzende. Dabei stehen das praktische Tun und die tatkräftige Hilfe im Vordergrund. Zentrales Projekt des Vereins ist dabei das Kinderheim „Centar Duga” zu Deutsch „Haus des Regenbogens“, in dem Kinder aus zerrütteten Familien ein neues Zuhause finden. In der Kategorie Organisationen und Initiativen ging der Preis „Stille Helden“ an die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“. Sie hat sich 1996 gegründet und widmet sich der Situation von Eltern, die ihr Kind verloren haben. Seit dem Jahr 2000 gibt es zwei Teilgruppen, zum einen die Gesprächsgruppe für Eltern, die ihr Kind durch Krankheit, Unfall, Suizid oder Gewaltverbrechen verloren haben, und zum anderen die Gruppe für Mütter und Väter, die ihr Kind vor oder während der Geburt oder im Säuglingsalter verloren haben. Die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“ bietet auf diese Weise Halt für Menschen, denen nach dem Verlust eines Kindes der Zugang zum Alltag verwehrt ist, die mit ihren Gefühlen nicht mehr fertig werden und die hin- und hergerissen sind zwischen Schuld, Sehnsucht, Wut und Trauer. Oberbürgermeister Thumann und Vera Finn überreichten im

OB Thumann und Vera Finn (hinten) mit den Stillen Helden 2013. Foto Franz Janka
OB Thumann und Vera Finn (hinten) mit den Stillen Helden 2013. Foto Franz Janka

Anschluss an die Reden die Auszeichnungen an die Preisträger und dankten ihnen für ihr großartiges Engagement.

Nicolas Keckl

Dipl.-Ing. (TUM) Nicolas Keckl ist Gründungsmitglied von neumagg.net. Er arbeitet hauptberuflich als Vermessungsingenieur in einem Freisinger Büro. Sein Studium vertiefte er im Bereich Erdmessung und Satellitengeodäsie.